Von Wigg Meister
Nachdem sich die Reichenberger Leichtathletinnen Eva Kaiser und Leonie Schilcher bei der Saisoneröffnung am 1. Mai in Wasserburg auf Anhieb für die Bayerischen Mehrkampfmeisterschaften am 14. Juni in Pfaffenhofen qualifiziert hatten, trainierten beide eifrig für diesen ersten Saisonhöhepunkt. Selbst im Pfingsturlaub waren sich beide nicht zu schade zum Formerhalt fleißig zu trainieren. Leider trat Leonie die Reise nach Pfaffenhofen aufgrund einer kurzfristigen Absage zur Enttäuschung für ihren Trainer und ihre Mannschaftskameradin nicht an.Bei guten äußeren Bedingungen (warm, jedoch windig) startete Eva daher ohne Leonie in den Fünfkampf bestehend aus 100m Sprint, Weitsprung, Hürdenlauf, Kugelstoßen und Diskuswerfen.Nach der ersten Disziplin, dem Weitsprung, wo sie mit 4,69m ihre persönliche Bestleistung lediglich um 10cm verfehlte fand sie sich überraschend auf dem 2. Zwischenrang. Beim anschließenden Hürdensprint verbesserte sie ihre Bestzeit auf 13,43 sec, was nebenbei zur Normerfüllung für die Bayerische und sogar Süddeutsche Meisterschaft reicht und setzte sich damit zwischenzeitlich an die Spitze der Mehrkampfwertung.
Anschließend folgte mit dem Diskuswerfen die Angstdisziplin der Mehrkämpferinnen zumal diese einerseits hohe technische Fertigkeiten erfordert und zudem die Diskusscheibe innerhalb des 30° Wurfsektor landen muß ohne den 2m Wurfring zu übertreten. Während die Konkurrentinnen teils über 30m warfen, verlor sie mit mäßigen 16,15 m deutlich an Punkten und rutschte auf den 5. Platz im Zwischenklassement ab.
Nun galt es beim 100m Sprint wieder Boden sprich Punkte gegenüber der Konkurrenz gutzumachen. Leider erwischte sie hier einen Lauf mit annähernd 4m/s Gegenwind, der sicherlich 4 Zehntelsekunden kostete sodaß sie mit 13,51 sec ihre Bestzeit von 13,13 sec klar verfehlte und dadurch 40 Punkte einbüßte. Für sie insofern enttäuschend weil bei den darauffolgenden Läufen ihrer Konkurrentinnen durchwegs Rückenwind mit bis zu rd 3m/s herrschte wodurch ihr nicht der insgeheim erhoffte Sprung nach vorne gelang zumal sie beim abschließenden alles entscheidenden Kugelstoßen als Underdog mit deutlich schlechteren Vorleistungen wie ihre Gegnerinnen antrat.
Mit dem Mut der Verzweiflung zeigte sie, selbst für Ihren Trainer Ludwig Meister überraschend, was in ihr steckt, überbot mit 8,54m ihre alte Bestleistung um fast 2m womit sie sich nach 2 von insgesamt 3 Versuchen auf dem 3. Platz wiederfand. Nun entwickelte sich ein wahrer Krimi. Während ihre Trainingskameradin aus dem gemeinsamen Trainingslager mit dem TSV Bad Endorf, Isabella Garza mit einer tollen Serie deutlich über 9m die Führung im Gesamtklassement übernahm galt es für Eva, nachdem ihr letzter Stoß keine Verbesserung mehr brachte, die letzten Versuche ihrer Konkurrentinnen abzuwarten zumal sie von der Papierform her noch von 3 Konkurrentinnen überholt werden konnte.
Umso größer die Freude als ihr das Glück der Tüchtigen hold war, die ganze Anspannung abfiel nachdem sich diese drei Athletinnen allesamt nicht mehr verbessern konnten und Bronze sicher war.
Schade nur, daß ihre Vereinskollegin Leonie nicht angetreten ist, zumal ihr, da sie sich zwischenzeitlich sowohl im 100m Lauf und Hürdensprint jeweils um annähernd 1 sec wie auch im Weitsprung um mehr als einen halben Meter verbessert hat, ebenfalls eine Überraschung zuzutrauen gewesen wäre.
Vielleicht klappt es kommenden Sonntag, 21. Juni in Arnstorf wo sich bei den Kreismeisterschaften die Chance bietet, die Qualifikation für die Bayerischen Einzelmeisterschaften am 18./19. Juli in Aichach zu erfüllen.

