Mit einer herausragenden Bilanz von 5 Gold-, 7 Silber- und 10 Bronzemedaillen sowie 3mal Platz 4 kehrte das 26 Athletinnen und Athleten umfassende Team der DJK-Sportfreunde Reichenberg von der Süddeutschen Meisterschaft des Deutschen JKA-Karate Bundes (DJKB) aus Nürnberg zurück. Nach über einem Jahrzehnt in Immenstadt fand das Traditionsturnier erstmals in der Frankenmetropole statt. Die Bertolt-Brecht-Schule bot den perfekten Rahmen: Mit über 500 Starts von rund 300 Teilnehmern aus über 30 Vereinen war die Meisterschaft so groß wie nie zuvor und lief dennoch reibungslos nach Zeitplan ab. Gekämpft wurde auf fünf Kampfflächen um die begehrten Titel in Kata (Form) und Kumite (Zweikampf), sowohl in den Einzel- als auch in den Teamwettbewerben. Mit dreimal Gold und einmal Silber war Alina Klick die erfolgreichste Athletin der Sportfreunde.
Achtungserfolge bei den Jüngsten
Schon bei den jüngsten Teilnehmern der Schüler 1 (8 bis 10 Jahre) konnten sich die Sportfreunde gut in Szene setzen. Im Kihon-Ippon-Kumite (Einschrittkampf) der Jungen erkämpfte sich Maximilian Kanzlsperger nach starken Vorrundenbegegnungen den hervorragenden 2. Platz. Bei den Schülerinnen derselben Altersklasse präsentierten sich Caaltu Mahammed und Daraartu Worku Kebede in Topform und sicherten sich jeweils die Bronzemedaille im Kumite. Daraartu verpasste zudem im Kata-Einzel (Form) in einem riesigen Starterfeld nur hauchdünn das Podest und belohnte sich mit einem beachtlichen 4. Platz. Gemeinsam mit Yohanan Belay traten Caaltu und Daraartu auch im Kata-Team der 8- bis 11-Jährigen an. Das Nachwuchstrio zeigte eine solide Darbietung und erreichte am Ende einen beachtlichen 4. Rang.
Erfolgreiche Jugendklassen
In der Jugend 1 (15 und 16 Jahre) trumpften die Reichenbergerinnen im Farbgurt-Bereich groß auf: Esra Bushi dominierte den Kata-Einzel-Wettbewerb souverän und sicherte sich den Titel der Süddeutschen Meisterin vor ihren Teamkolleginnen Paulina Bauer und Eva Schöftenhuber. Eva Schöftenhuber aus Tann kämpfte sich im Kihon-Ippon Kumite sensationell ins Finale durch. Dort traf sie auf Magdalena Biermann aus Immenstadt. Nach einer ausgeglichenen Begegnung waren beide Kämpferinnen punktgleich und es kam zum Kettei Sen (Stichkampf). Hier musste sich Eva knapp geschlagen geben und durfte sich trotzdem über eine starke Silbermedaille freuen. Paulina Bauer und Esra Bushi landeten beide auf dem Bronze-Rang. Das Trio ging zudem im Kata-Team der Mädchen (15–17 Jahre) an den Start und wurden für ihren engagierten Auftritt mit Platz 4 belohnt.
Bei den männlichen Jugendlichen (17 und 18 Jahre) glänzte Simon Zellner: Nachdem er sich im Kata-Einzel der Farbgurte mit einem hervorragenden 2. Platz die Silbermedaille gesichert hatte, setzte er im Kihon-Ippon-Kumite noch einen drauf, ließ der Konkurrenz keine Chance und erkämpfte sich verdient die Goldmedaille.
Podestplätze für die Leistungsträger der Jugend
In den anspruchsvollen Oberstufenkategorien der Jugend unterstrichen die Reichenberger Karateka ihre Spitzenposition. Bei den Mädchen (14–17 Jahre) bildeten Lea-Luisa Richter und Jasmin Saiko zusammen mit Femke Domscheidt (Münster) eine schlagkräftige Kampfgemeinschaft. Das Trio harmonierte perfekt und sicherte sich sowohl im Kata- als auch im Kumite-Team jeweils die Bronzemedaille.
Glanzlichter bei den Junioren und Erwachsenen
Für die sportlichen Höhepunkte des Tages sorgten Alina Klick und Qendrese Beqiri in der Altersklasse der 19- und 20-jährigen Damen. Im Jiyu-Kumite (Freikampf) lieferten sich beide ein vereinsinternes Traumfinale: In einem mitreißenden Gefecht sicherte sich Alina Klick den Süddeutschen Meistertitel, während Qendrese Beqiri den 2. Platz belegte. Auch im Kata-Einzel standen beide auf dem Siegerpodest: Alina Klick holte Silber, dicht gefolgt von Qendrese Beqiri auf dem Bronzerang.
In den Damen-Teamwettbewerben (ab 18 Jahre) führte kein Weg an den Reichenbergerinnen vorbei: Im Kata-Team triumphierten Alina Klick und Qendrese Beqiri zusammen mit der hochgestarteten Jugend-Athletin Lea-Luisa Richter holten mit „Empi“ die Goldmedaille vor vor Shoshin Altenberg. Im Kumite-Team traten Alina Klick und Qendrese Beqiri gemeinsam mit Luisa Weinzierl (München) an. Nach einem verdienten Sieg über Landshut kam es zu einem an Dramatik kaum zu überbietenden Finale gegen die Kampfgemeinschaft aus Konstanz. Die Sportfreunde gerieten in Rückstand und Qendrese Beqiri drehte das Ding und schaffte kurz vor Ende den Ausgleich. Am Ende musste ein Verlängerungskampf über den Sieg entscheiden. Im allerletzten Duell der gesamten Meisterschaft behielten die Reichenbergerinnen die Nerven, entschieden das Finale zu ihren Gunsten und holten frenetisch bejubeltes Gold.
Auch bei den Herren (ab 18 Jahre) gab es reichlich Edelmetall: Im Kata-Team zeigten Roland Hager, Andreas Huber und Leo Vendolsky eine kraftvolle Vorführung der Kata „Sochin“, mussten sich lediglich den Meistern aus Hohenschwangau geschlagen geben und wurden Süddeutsche Vizemeister. Der 3. Platz ging ebenfalls nach Reichenberg: Dominik Flat, Victor Kolev und Fabrizio Seminara sicherten sich Bronze. Dominik Flat und Victor Kolev traten anschließend im Kumite-Team der Herren an – verstärkt durch Keo Gaune aus Darmstadt und sicherten sich verdient Platz 3.
Herzschlagfinale um die Vereinswertung
Das herausragende Gesamtergebnis fand seinen Höhepunkt bei der abschließenden Siegerehrung. In der Vereinsgesamtwertung lieferten sich die DJK-Sportfreunde Reichenberg ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Dojo TV Bushido Tamm. Am Ende lagen beide Vereine mit jeweils 39 Punkten an der Spitze des Feldes. Am Ende entschieden die Anzahl der Goldmedaillen über den Sieg, so dass der Wanderpokal der Süddeutschen Meisterschaft denkbar knapp an das Dojo Tamm ging. Dennoch war das Reichenberger Lager mehr als zufrieden: Das Turnier bewies eindrucksvoll, dass die DJK-Sportfreunde sowohl in der Nachwuchsarbeit als auch im Spitzen-Leistungssport zu den absoluten Top-Adressen im Süden Deutschlands gehört.
von Andreas Huber und Roland Hager

hinten von links: Alina Klick, Leihkämpferin Luisa Weinzierl (SV 1880 München). Qendrese Beqiri, Leihkämpferin Femke Domscheidt (Fuji San Münster), Jasmin Saiko, Lea-Luisa Richter, Paulina Bauer, Kathrin Kurilow und Laura Flat
Mitte, von links: Fabrizio Seminara, Victor Kolev, Eva Schöftenhuber, Esra Bushi, Simon Zellner, Leo Vendolsky, Leihkämpfer Kéo Gaune (Shotokan Darmstadt), Dominik Flat, Nikita Kurilow und Andreas Huber
Vorne, von links: Anna Huber, Caaltu Mahammed, Klara König, Yohanan Belay Maximilian Kanzlsperger, Enes Bushi, Kris Bumberger, Daraartu Worku Kebede und Roland Hager
